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Jede Ladung ist beim Transport verschiedenen Kräften ausgesetzt.

Diese Kräfte wirken auf die Ladung in verschiedene Richtungen.

Bei einer Vollbremsung nach vorne

Beim Abbremsen in Kurven zu den Seiten

Aber auch nach hinten können Kräfte auf die Ladung einwirken

   
Laut eindeutiger Rechtsprechung gehören

Vollbremsungen

schlechte Fahrbahnen (wie Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher, das Überfahren von Schienen)

Beschleunigen / Abbremsen in Kurven (wie Autobahnausfahrten)

plötzliche Ausweichmanöver

zum „normalen Fahrbetrieb“.

 
   
 Für diese „alltäglichen“ Verkehrssituationen muss die Ladung gegen

Verrutschen, An- / Umkippen, Herabfallen gesichert sein



Leider sind immer noch einige Irrtümer bezogen auf die Ladungssicherung verbreitet

   

„Die Ladung ist so schwer,

sie kann gar nicht verrutschen“

 
 Tatsache ist: Ob ein Ladegut verrutscht oder nicht, ist unabhängig von seinem Gewicht.
   
Für die Ladungssicherung bedeutet das:

Je schwerer ein Ladegut ist,

desto mehr Sicherungskraft muss aufgebracht werden

 
   

„Die Ladung ist so schwer,

sie kann gar nicht kippen.“

 
   
 Tatsache ist: Ob ein Ladegut kippt, ist unabhängig von seinem Gesamtgewicht

Entscheidend ist alleine die Schwerpunkthöhe in Relation zur Aufstandsfläche

 

 

 ohne Worte
   dieser Container wurde "nur"
aufgeladen
   dieser Container wurde richtig
gesichert

Weiterer leider noch oft verbreiteter Irrtum

„Ich habe die Ladung doch mit diesem 2500 daN
Tonnen Gurt niedergezurrt.

Also ist die Ladung jetzt doch auch mit 2 1/2 Tonnen
gesichert.“


Anmerkung zu dem Foto: Hier wird gerade unzulässiger Weise mit
einer Brechstange die Vorspannkraft einer Kurzhebelratsche erhöht.
Verbogene Ratschenhebel und unförmige Schlitzwellen sind das
gefährliche Ergebnis.
 

 

Tatsache ist:
 
Beim Niederzurren ist die Reissfestigkeit (LC = 2500 daN) der
Zurrmittel nicht entscheidend
     
 Achtung:  

Beim Niederzurren zählt alleine die aufgebrachte Vorspannkraft

(STF-Wert) lt. Etikett im Gurt.

Bei einer Standardratsche sind das lediglich ca. 300 daN.

Diese 300 daN entsprechen ca. einer zusätzlichen Gewichtskraft von
300 kg, mit der die Ladung lediglich zusätzlich noch herunter
gedrückt wird, um so die Reibkraft zwischen Ladung und Ladefläche
zu erhöhen.

Die Ladung wird nicht festgebunden, sondern nur heruntergedrückt!

 


 

Gerät eine Ladung erst ein Mal in Bewegung, treten unvorstellbar hohe Kräfte auf.

Aus einem Handy kann schnell ein Vorschlaghammer werden.

Die nachfolgende Tabelle hat mir freundlicherweise ein Fahrlehrer aus Niedersachsen zur Verfügung gestellt:

Beispiel aus der Tabelle: Durch ein Körpergewicht von 90 kg entstehen bei einem Aufprall bei 80 km/h Kräfte, die 22,2 t entsprechen!

 

Übersichtstabelle: Aufprallwuchten in kg bzw. daN Bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Körper- / Ladungsgewichten (50 - 100 kg)
Geschwindigkeiten 50 60 70 80 90 100
7 km/h = 1,94 m/s 94 113 132 151 169 188
10 km/h = 2,77 m/s 192 230 269 307 345 384
15 km/h = 4,16 m/s 433 519 606 692 779 865
20 km/h = 5,55 m/s 770 924 1.078 1.232 1.386 1.540
25 km/h = 6,94 m/s 1.204 1.445 1.686 1.927 2.167 2.408
30 km/h = 8,33 m/s 1.735 2.082 2.429 2.776 3.123 3.469
40 km/h = 11,11 m/s 3.086 3.703 4.320 4.937 5.554 6.172
50 km/h = 13,88 m/s 4.816 5.780 6.743 7.706 8.669 9.633
60 km/h = 16,66 m/s 6.939 8.327 9.714 11.102 12.490 13.878
70 km/h = 19,44 m/s 9.448 11.337 13.227 15.117 17.006 18.896
80 km/h = 22,22 m/s 12.343 14.812 17.280 19.749 22.218 24.686
90 km/h = 25,00 m/s 15.625 18.750 21.875 25.000 28.125 31.250
100 km/h = 27,77 m/s 19.279 23.135 26.991 30.847 34.703 38.559
110 km/h = 30,55 m/s 23.333 27.999 32.666 37.332 41.999 46.665
120 km/h = 33,33 m/s 27.772 33.327 38.881 44.436 49.990 55.544
130 km/h = 36,11 m/s 32.598 39.118 45.638 52.157 58.677 65.197
140 km/h = 38,88 m/s 37.791 45.350 52.908 60.466 68.024 75.583
150 km/h = 41,66 m/s 43.389 52.067 60.744 69.422 78.100 86.778
200 km/h = 55,55 m/s 77.145 92.574 108.003 123.432 138.861 154.290

 

Gegenstände

(beispielhaft)

Gewichtskraft (wie die kinetische Energie in kg)

Kinetische Energie bei einem Aufprall mit 50 km/h

CD

0,1 kg

9,6 kg

Handy

0,3 kg

28,9 kg

Regenschirm

0,7 kg

67,4 kg

Verbandskasten

1,0 kg

96,3 kg

Autoatlas

1,5 kg

144,5 kg

Handtasche

3,0 kg

289,0 kg

Aktenkoffer

5,0 kg

481,5 kg

Getränkekiste

14,0 kg

1348,2 kg

großer Hund

40,0 kg

3852,0 kg

 

Hätten Sie das gedacht?

Gerade Staulücken i.V.m. dieser kinetischen Energie wirken oft zerstörerisch
 
 
   
         

"Geschosse" im Kastenwagen

- ohne Worte -

  Mit der Staulücke hatte die
Stirnwand nicht wirklich eine
Chance
   Hier besucht und verletzt ein
Zinkblock den Fahrer im
Fahrerhaus (gefahrene
Geschwindigkeit vor der
Vollbremsung ca. 30 km/h)